Klimagerechte Mobilität in Leverkusen – Geht das?

Mehmet-und-Alessia

Von PET-Flaschen zum Trinkbrunnen

Die Umwelt AG des Landrat-Lucas-Gymnasiums organisiert eine nachhaltige Trinkversorgung in der Schule. Pro Jahr fallen in Deutschland so viele Plastikflaschen an, dass sie übereinander gestellt beinahe 15 Mal von der Erde bis zum Mond reichen würden. So viel Müll muss nicht sein, haben sich die Schüler*innen des Landrat-Lucas-Gymnasiums gedacht. Sie wollen an ihrer Schule Plastikmüll so gut es geht vermeiden und sammeln deshalb bereits seit sechs Jahren PET-Trinkflaschen, die ansonsten im normalen Müll oder auf dem Boden landen. Durch den Pfanderlös konnte der zweite Wasserbrunnen für die Schule angeschafft werden, erklärt Anja Mahlke, die Leiterin der Umwelt AG. Die Freiwilligen der AG haben das Projekt koordiniert und zwei verschließbare Metallkäfige von 80 mal 80 Zentimeter angefertigt, um die Flaschen zu sammeln.

Mit dem Erlös aus dem Pfand und einem Zuschuss vom Spendenlauf haben wir vor drei Jahren den ersten Wassersprudler finanziert, erklärt Arya aus der 9 Klasse. Seit Schuljahrbeginn gibt es einen zweiten für die Unterstufe. Der wird sehr gut genutzt, weil der Sommer so heiß war.

Seit Anschaffung der Trinkbrunnen konnten bereits rund 20.250 PET Flaschen eingespart werden, hat Anja Mahlke, Leiterin der Umwelt AG ausgerechnet. Die Schülerinnen und Schüler füllen ihre eigenen Trinkflaschen immer wieder auf. Damit sparen sie Geld und schützen die Umwelt. Die Sammlung der PET-Flaschen läuft parallel weiter. Durch den Pfanderlös werden laufende Kosten des Wasserspenders finanziert, wie der Ersatz der CO2-Kartuschen, ergänzt Arya.

Die Idee zu dem Projekt wurde in Schweden geboren. Schüler*innen des Landrat-Lucas Gymnasiums hatten bei einem ERASMUS-Austausch 2015 ein ähnliches Projekt an einer schwedischen Partnerschule entdeckt und beschlossen dies an ihrer Schule einzuführen. Planung und Umsetzung haben drei Jahre gedauert, erklärt Anja Mahlke. Viele bauliche und Sicherheitsaspekte mussten berücksichtigt werden. Seit 2019 läuft das Projekt inzwischen. Projekte wie der Wassersprudler sind aufwändig, aber sehr wichtig für die Jugendlichen, so Britta Demmer vom NaturGut Ophoven. Menschen lernen am besten, wenn sie beteiligt sind, selber handeln und Erfahrungen sammeln können.

Das Landrat-Lucas-Gymnasium ist eines von 50 Einrichtungen, das am städtischen Projekt energieLux – Klimaschutz an Leverkusener Schulen und Kindergärten teilnimmt, das vom NaturGut Ophoven koordiniert wird. Ziel ist es, Energie- und Ressourcensparen in den Schulalltag zu integrieren.

Weitere Ideen, die Schule umweltfreundlicher zu gestalten, haben die Schüler*innen viele. Vor kurzem ging eine schulinterne digitale Plattform an den Start, auf der genutzte Bücher, Taschenrechner und andere Dinge verkauft werden können. Dadurch muss weniger neu produziert werden und es werden Ressourcen gespart, so Loris. Es gebe noch viel Potential den Schulalltag klimafreundlicher zu gestalten, da sind sich die Schüler*innen einig. Zum Beispiel sollten die Schulwege sicherer werden, wünscht sich Mitschülerin Inga. Mit der Bahntrasse ist schon einiges erreicht worden, aber das kann nur der Anfang sein. Mehmet aus der zehnten Klasse bewegt das Thema Plastik. Im Alltag könne noch sehr viel mehr darauf verzichtet werden, es gibt viele gute Alternativen, erklärt er.

Als besonderes Highlight werden AG-Teilnehmende und MINT-interessierte Schüler*innen im November am Schülerkongress am Forschungszentrum Jülich dabei sein. Unter dem Titel „Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft – Schwerpunkt Energie“ erhalten sie Einblick in die aktuelle Forschung und nehmen an Diskussionsforen teil.

Klimameilen

Mehr als 25.000 Klimameilen aus Leverkusen

Die wupsi und das NaturGut Ophoven ehren junge Klimaschützende: Von April bis Ende Oktober sammelten Leverkusener Schulkinder wieder Klimameilen. Durch neun städtische Kindergärten und acht Schulen kamen mehr als 25.000 Klimameilen zusammen. Jeder Weg, der zu Fuß, mit dem Roller, dem Fahrrad oder mit dem Bus zurückgelegt wurde, zählte symbolisch für eine grüne Meile. wupsi-Geschäftsführer Marc Kretkowski ehrte mit Lars Dietrich, stellvertretender Leiter des NaturGut Ophoven, die fleißigen Meilensammelnden am Donnerstagmorgen auf dem Betriebshof des Busunternehmens mit einer Urkunde und einer Führung über das Betriebsgelände.

Zusammen mit den grünen Meilen aus anderen europäischen Städten werden die Leverkusener Meilen mit Wünschen und Forderungen der Kinder auf der UN-Klimakonferenz in Sharm El Sheikh zwischen dem 6. und 18. November an die Teilnehmenden aus der Politik überreicht. Als Zeichen, dass sich die Kleinsten aktiv für das Klima und ihre Zukunft einsetzen.

Mobil sein ist sehr wichtig in unserem Leben, aber es muss nicht immer mit dem Auto sein, erklärte Marc Kretkowski den Kindern. Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem öffentlichen Nahverkehr sei man viel klimafreundlicher unterwegs. Die wupsi arbeite intensiv daran, den Nahverkehr in Leverkusen so klimafreundlich und attraktiv wie möglich zu gestalten. Immer mehr Busse der wupsi werden in Zukunft auf Öko-Strom umgestellt und fahren dadurch umweltschützender.

Im Rahmen der Klimameilen-Aktion werden nicht nur grüne Meilen für klimafreundliche Mobilität gesammelt. Wer weniger Fleisch isst oder Strom spart, klebt sich rote oder blaue Sticker ins Sammelheftchen. Klimaschutz betrifft alle Bereiche unseres Lebens, erklärt Lars Dietrich. Mit der Aktion kann das spielerisch geübt werden und die Kinder bekommen ein Gefühl für die Notwendigkeit des gemeinsamen Handelns, so der stellvertretende Leiter des NaturGut Ophoven. Alle Einrichtungen engagieren sich seit vielen Jahren für den Klimaschutz. Sie nehmen teil am städtischen Projekt energieLux – Klimaschutz an Leverkusener Schulen und Kindergärten, das vom NaturGut Ophoven koordiniert wird.

In diesem Jahr hat die GGS Opladen mit 5297 grünen Meilen am fleißigsten gesammelt. An der Hans-Christian-Andersen-Schule, der KGS St. Stephanus, der GGS Erich Klausener, der GGS In der Wasserkuhl, der Montanus Realschule, der GGS Kerschensteinerstraße und der GGS Am Friedenspark sind ebenfalls weniger mit dem Auto in die Schule gebracht worden. Die Kinder der städtischen Kitas Sandstraße, Hans-Schlehan-Straße, Reuschenbergerstraße, Theodor-Heuss-Ring 62, Pregelstraße, Engelbertstraße, Oulustraße, Heinrich Lübke Straße und Wuppertalstraße haben auch viel zu den Klimameilen beigetragen.

Hintergrund: Seit 2002 sammeln Kindergarten- und Schulkinder in aller Welt grüne Meilen für das Weltklima. Leverkusen ist 2022 das 14. Mal dabei.

Misty-Worm

Müll-Experiment für Kitas

Wir suchen für ein längerfristiges Experiment zum Thema „Müll" Leverkusener Kindergärten, die teilnehmen wollen. In dem Experiment begleiten wir den Regenwurm Misti, der seltsamen Müll auf der Erde gefunden hat. Dabei bauen wir einen kleinen Eimerkompost und beobachten was mit dem Müll passiert. Ist wirklich alles Müll und wenn, wie müssen wir ihn richtig entsorgen? Natürlich gibt es viel Unterstützung und energieLux-Punkte für die Durchführung. Bei Interesse bitte melden bei tamara.dey@naturgut-ophoven.de.

energieLux-Kurse im Kindergarten
Leverkusener energieLux Kindergärten können sich gerne wieder zu den kostenfreien Kursen „Energieforscher“, „Energierundgang“, „Müllvermeiden“ und „Papier- das Geheimzeichen Blauer Engel“ anmelden.  Die Kurse dauern ca. eine halbe Stunde und finden im Kindergarten statt. Anmeldung bei tamara.dey@naturgut-ophoven.de.
Auf unserer Homepage www.energielux.de/kindergarten/kurse/ finden Sie weitere kostenfreie Kurse für energieLux-Kindergärten. Sie dauern zwei Stunden und finden auf dem NaturGut Ophoven statt.

Müllfreie-Tage-Gezelinschule

Müllfreies Frühstück an der Gezelinschule

Drei Tage haben die Lehrer*innen der Gezelinschule den Verpackungsmüll der Schüler*innen heimlich gesammelt und aufbewahrt. Denn den Kindern sollten nach drei Tagen „Müllfreies Frühstück" bewusst gemacht werden, wie viel Müll tatsächlich eingespart wird, wenn tatsächlich auf Verpackung verzichtet wird. Die Schüler*innen waren überrascht, wie groß die Menge war. Außerdem haben sie in dieser Menge noch einiges an Müll gefunden, der nicht in den gelben Sack gehört. Das haben die Energiesprecherinnen und Energiesprecher zum Anlass genommen im Schülerrat noch einmal auf die richtige Mülltrennung hinzuweisen.

Gelber-Sack

Probephase mit gelben Containern

Wohngebäude mit mehr als 12 Personen haben seit diesem Jahr in Leverkusen die Möglichkeit, einen gelben Container anstelle von gelben Säcken zu erhalten. Ob das für Schulen, Kitas und Verwaltungsgebäude auch Sinn macht, da häufig die Lagerung der gelben Säcke Probleme bereitet, soll im Rahmen des energieLux-Projekts ausprobiert werden. In der Hans-Christian-Andersen Schule, der Theodor-Wupperman-Schule und dem Verwaltungsgebäude Miselohestraße wird getestet, ob auch hier ein Container die Mülltrennung besser unterstützen kann. Gemeinsam mit dem Umweltamt und der REVEA, die für die Einsammlung des Verpackungsmülls zuständig ist, wurde eine Probephase für sechs Monate verabredet.

Plastik-im-Meer

Kita: Plastik im Meer

Die Kita Heinrich-Lübke-Straße hat sich intensiv mit dem Thema Müll beschäftigt. Auch das Thema „Plastik im Meer" interessierte viele Kinder. So hat sich die Kita eine nette Rahmengeschichte ausgedacht, die vielleicht zum Nachahmen anregt:

„Als wir eines Tages in den Kindergarten kamen, waren die Fische aus unseren Wassersäulen nicht mehr da. Darüber haben wir uns sehr gewundert. Roswita (Fischhandpuppe) hat uns erzählt, dass die
Fische zu den Korallenriffen geschwommen sind, um dort Urlaub zu machen. Nach einigen Tagen haben wir eine Postkarte erhalten. Das hat uns sehr gefreut. Roswita hat uns die Postkarte vorgelesen.
Leider hatten unsere Fische keinen schönen Urlaub. Sie haben uns berichtet, dass sie an vielen Korallenriffen vorbei geschwommen sind, die krank waren und dass sie sehr viel Müll im Meer gefunden
haben. Wir haben danach gleich recherchiert und uns Bilder vom vielen Müll und den kranken Korallen angeschaut. Roswita hat uns erklärt, woher der Müll im Meer kommt und was wir hier im Kindergarten
tun können, um den Tieren im Wasser zu helfen.
Roswita hat auch immer aufgepasst und uns gelobt, wenn wir den Müll im Kindergarten richtig getrennt haben. Unsere Fische sind jetzt wieder in den Wassersäulen und haben auf dem Rückweg zwei Bücher für uns ausgeliehen, damit wir ihnen noch besser helfen können, die Meere sauber zu halten".

Die Bücher zum „Plastik im Meer" können ausgeliehen werden. Mail an: britta.demmer@naturgut-ophoven.de. Sie werden dann über die Stadtpost ausgeliefert.

titelhandbuch abb

Fortbildung für die Kita - Königreich für die Zukunft

Ohne Energie kein Leben - sie steckt in jeder Pflanze, in jedem Tier, in der Kraft der Sonne, des Windes und des Wassers. Mit Energie heizen wir unsere Häuser, Energie treibt Maschinen an, macht uns mobil. Die scheinbar „kostenlose“ Energie gehört zum Alltag einfach dazu – auch im Kindergarten. Die Fortbildung ermöglicht den Teilnehmern, das Thema „Energie erleben“ während eines ganzen Jahres in den Kindergartenalltag zu integrieren. Es werden eine Vielzahl von Tipps und Anregungen gegeben, wie das Thema Energie schon Kindergartenkindern spannend, kindgerecht und abwechslungsreich vermittelt werden kann. Grundlage der Fortbildung ist das vom NaturGut Ophoven herausgegebene Handbuch „Ein Königreich für die Zukunft – Energie erleben durch das Kindergartenjahr“. Durch die Teilnahme erhält die Einrichtung energieLux-Punkte. Anmeldung hier.

20. Oktober 2022, 9:00 - 16:00 Uhr

energieLux-Prämierung

Erinnerung: Dokumentationen bis zum 31.07. einreichen

Bis zum 31. Juli 2022 müssen die energieLux Dokumentationen eingereicht werden. Sie können per Mail an britta.demmer@naturgut-ophoven.de oder per Post an das NaturGut Ophoven, Talstraße 4, 51379 Leverkusen gesendet werden. Wer Hilfe beim Ausfüllen benötigt oder einen Aufschub, der/die melde sich bei britta.demmer@naturgut-ophoven.de.

Anhand der Dokumentationen werden die Aktionspunkte berechnet, die 60 Prozent der energieLux-Prämie ausmachen. 40 Prozent der Gesamtpräme setzten sich aus den Verbräuchen zusammen. Anfang Dezember werden die Schulen, die die meisten Aktionspunkte gesammelt haben oder es geschafft haben Mülltonnen zu reduzieren, geehrt. Alle Schulen und Kitas, die über 20 energieLux-Punkte erwirtschaftet haben, erhalten vor Weihnachten eine energieLux-Prämie. Es lohnt sich also!

CO2 Schulrechner

CO2-Schulrechner

Greenpeace und das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) haben mit Unterstützung von bundesweit 15 Pilotschulen diesen Klimafußabdruck-Rechner konzipiert, den Sie kostenlos nutzen können, um eine Klimabilanz Ihrer Schule zu erstellen.
Zu wissen, aus welchen Bereichen die Treibhausgas-Emissionen Ihrer Schule stammen und welchen Anteil sie an der CO2-Gesamtbilanz haben, ist eine wichtige Grundlage, um geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Dazu fragt der CO2-Schulrechner Ihre schulspezifischen Daten aus den Bereichen Strom, Wärme, Abfall, Wasser, Mobilität, Verpflegung und Beschaffung ab. Als Ergebnis erhalten Sie nicht nur Zahlen, sondern automatisch auch übersichtliche Grafiken – von den Teilbereichen bis zur Gesamtbilanz. Auch in den folgenden Jahren können Sie in Ihrem Schulaccount weitere Klimabilanzen anlegen und so die Wirkung Ihrer Klimaschutzmaßnahmen für die ganze Schulfamilie sichtbar machen. https://co2-schulrechner.greenpeace.de/node/1

energielux

energieLux
c/o Förderverein NaturGut Ophoven e.V.
Talstraße 4
51379 Leverkusen
+49 (0)2171 / 73 499 44
Kontakt

footerlogos

© 2020 energieLux

Impressum   |   Datenschutz   |   Kontakt